Mit Künstlicher Intelligenz zu neuen Zukünften

Die Ölkrise im Jahr 1973 erwischte Royal Dutch Shell nicht auf dem linken Fuß. Der Ölkonzern hatte zuvor einige, scheinbar realitätsferne Szenarien durchgespielt. Zu denen gehörte auch Ölknappheit. Dieser Erfolg half nicht nur Shell dabei, besser durch die Ölkrise zu navigieren, sondern läutete auch die Erfolgsgeschichte der Szenarioplanung in Unternehmen ein.

Zunächst waren es vor allem große Konzerne, die das Werkzeug in umfangreichen Studien einsetzen. Inzwischen reicht der Anwenderkreis allerdings weit in den Mittelstand hinein – und auch die öffentliche Hand nutzt Szenarien, um gesellschaftliche oder politische Möglichkeiten vorauszudenken.


Was aber wäre, wenn sich das Denken in Szenarien überall durchsetzen könnte – wenn es für Unternehmer jeder Größe – gleichgültig ob in Deutschland oder Äthiopien – und wenn es letztlich für jeden von uns persönlich möglich wäre, ganz einfach seine eigenen Szenarien zu entwickeln? In vielen Situationen bestünde die Chance, bessere und robustere Entscheidungen zu treffen. Häufig könnten auch gegenwärtige Konflikte überwunden werden – weil mögliche Konsequenzen und alternative Optionen leichter erkennbar wären.


Was aber hindert kleine Unternehmen, Gewerbetreibende oder Privatpersonen daran, selbst in die Zukunft zu sehen? Häufig sind es zwei Gründe: Szenarien zu erdenken kostet Zeit und gilt als inhaltlich höchst anspruchsvoll. Künstliche Intelligenz könnte diese kognitiven Hürden senken oder gar beseitigen. Das Projekt brightFutures hat dieses Thema aufgegriffen und nimmt damit am international ausgeschriebenen Wettbewerb AI XPRIZE teil. Dieser startete im Juni 2016 und will bis zum Jahr 2020 Fortschritte für die KI stimulieren. Ein deutsches Konsortium, bestehend aus der Scenario Management International AG, der brightONE Consulting GmbH, dem Citec der Universität Bielefeld, der Semalytix GmbH, dem UKP Lab der Technischen Universität Darmstadt sowie dem Steinbeis-Transferzentrum Digitale Textanalytik, arbeitet nun daran, Szenarioplanung so zu vereinfachen, dass sie für breite, neue Anwendergruppen greifbar wird. Sie erhalten mit brightFutures einen Überblick über mögliche Zukünfte und können damit schlüssige Entscheidungen treffen.


„Szenarien verändern die Art, wie wir über Zukunft nachdenken und wie wir Entscheidungen treffen“ sagt Dr. Alexander Fink, Vorstand der ScMI AG. „Wir sehen vielfältige neue Möglichkeiten, wenn Unternehmen oder Konsumenten schneller und mit Rückgriff auf breite Wissensbasen über ihre eigenen Zukünfte nachdenken könnten.“ Dabei – so sieht es das brightFutures-Team – bliebe der Mensch jederzeit „in der Schleife“, das heißt, die KI würde nicht autonom entscheiden, sondern beratend zur Seite stehen.


Der Wettbewerbsbeitrag wurde Anfang März 2017 beim AI XPRIZE eingereicht. Eine hochkarätig besetzte Jury entscheidet innerhalb eines Monats, wie viele der derzeit 156 Vorschläge sich für die nächste Runde qualifizieren.

 


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