AISceMa
KI-unterstütztes Szenario-Management ─ Wenn Künstliche Intelligenz das Denken in Zukünften transformiert
Das 2-jährig laufende Forschungsprojekt „AISceMa“ zeigt, wie Künstliche Intelligenz das Szenario-Management auf ein neues Niveau hebt. Ziel ist es, Zukunftsdenken effizienter, präziser und breiter zugänglich zu machen. Gemeinsam mit Partnern entwickelt die ScMI AG prototypenhaft eine Software, die menschliche Kreativität mit KI-Power verbindet – für mehr Orientierung in einer komplexen Welt.
KI als Partner für das strategische Zukunftsmanagement
Wie können wir uns auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten, die wir noch nicht kennen? In einer Welt zunehmender Unsicherheiten, Dynamiken und Disruptionen stoßen klassische Prognosemodelle immer stärker an ihre Grenzen. Viele Unternehmen und öffentliche Institutionen planen weiterhin auf Basis linearer Trends. Doch diese reichen in komplexen Entscheidungssituationen oft nicht mehr aus. Szenarien gelten hier als kraftvolle Instrumente, um sich durch die Unsicherheiten von morgen zu navigieren.
Allerdings ist ihre Entwicklung häufig aufwändig, ressourcenintensiv und stark abhängig von menschlicher Expertise. Genau hier setzt das Projekt „AISceMa“ (AI-Supported Scenario Management) an: Dessen Ziel ist eine KI-gestützte Szenario-Management Software, die systematisches Zukunftsdenken neu denkt und für eine breitere Zielgruppe zugänglich macht – von Unternehmen jeder Größe über öffentliche Einrichtungen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Durch den gezielten Einsatz von generativer KI werden Szenarioprozesse nicht nur effizienter und schneller, sondern es entstehen auch völlig neue Möglichkeiten der Vorausschau und des Monitorings von Zukunftsthemen. Darüber hinaus wird bereits vorhandenes Zukunftswissen, etwa aus früheren Szenario-Prozessen, intelligent verknüpft und nutzbar gemacht. Das verbessert die Qualität der Ergebnisse und spart wertvolle Ressourcen.
Durch Mensch-Maschine-Co-Kreation zu neuen Zukünften
Künstliche Intelligenz verändert die Wissensarbeit grundlegend. Studien zeigen, dass die Aufgabenbearbeitung durch KI-Unterstützung um bis zu 40 % verbessert werden kann. Diese Hebelwirkung soll nun auch im Bereich der Zukunftsplanung genutzt werden. Durch Automatisierung werden Datenanalysen beschleunigt und Routinetätigkeiten übernommen, während durch Augmentierung menschliche Akteure bei strategischen und kreativen Aufgaben gezielt unterstützt werden.
AISceMa verbindet beide Ansätze: Die KI übernimmt datenintensive Analyse- und Strukturierungsprozesse, während der Mensch stärker in die Rolle des Impulsgebers, Interpretierenden und Entscheidungsträgers versetzt wird. So entsteht ein Co-Kreation-System, das bestehendes Zukunftswissen systematisch nutzt und gleichzeitig neue Zukünfte entwirft – evidenzbasiert, flexibel und visionär.
Zugleich verfolgt AISceMa das Ziel, Zukunftsplanung zu demokratisieren. Durch die einfachere, zugänglichere und intuitivere Gestaltung von Szenario-Prozessen können künftig nicht nur Großunternehmen, sondern auch kleinere Teams, Initiativen oder Einzelpersonen fundierte Zukunftsbilder entwickeln – ein Schritt hin zu breiter gesellschaftlicher Zukunftskompetenz.
Innovation made in Paderborn: Forschung mit Praxisbezug
Initiiert von der ScMI AG und realisiert mit dem Fraunhofer IEM, dem Netzwerk OWL Maschinenbau sowie der WAPP GmbH wird „AISceMa“ auf dem Innovationscampus Paderborn entwickelt. Das zweijährige Forschungsprojekt zielt nicht nur auf einen funktionierenden Software-Prototyp, sondern auch auf tragfähige Geschäftsmodelle – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Das Projekt verfolgt dabei drei zentrale Ziele:
- Die Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von generativer KI im Szenario-Management.
- Die prototypische Entwicklung einer Software, die Szenarien KI-basiert strukturiert, vernetzt und visuell darstellbar macht.
- Die praktische Validierung in Musterprozessen – etwa in der Maschinenbauindustrie in NRW, um Resilienz und Innovationsfähigkeit zu stärken.
AISceMa zeigt eindrucksvoll: Die Verbindung von Technologie und Zukunftsmethodik ist kein Widerspruch – sondern der nächste logische Schritt, um strategische Planungsprozesse zukunftsfähig, breiter wirksam und effizient zu gestalten.

Dieses Projekt wird kofinanziert durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) in Nordrhein-Westfalen 2021–2027.