US rules

Trügerischer Schutz unter westlicher Schirmherrschaft

  • Multilaterale Welt mit den USA als einzige und letztlich bestimmende Supermacht (Unipolarität)
  • Wirtschaftliche Entwicklung Chinas stagniert - andere Länder des globalen Südens als neue Wachstums-Hotspots
  • Sozialer Ausgleich in westlichen Ländern - aber weniger Aufstiegschancen in Schwellenländern
  • Weitgehend unveränderte Konsummuster - Konsequenzgefälle mit Zerstörung von Strukturen in Teilen des Südens vs. geringer Handlungsdruck im Norden
  • Technologische Führerschaft des Westens bleibt bestehen

 

Nach einer Phase der inneren Zerrissenheit und des Zögerns ist "der Westen" auf die internationale Bühne zurückgekehrt. Das zunehmend globale Bewusstsein der Menschen in aller Welt ist geprägt vom Streben nach Bürger- und Menschenrechten, nach Werten wie individueller Freiheit, Recht und Toleranz sowie von der Idee der liberalen Demokratie. Unter der faktischen Führung der Vereinigten Staaten als alleiniger und letztlich entscheidender Supermacht hat sich die multilateral geprägte Weltordnung gefestigt. Europa bleibt ein untergeordneter Partner der Vereinigten Staaten.

Chinas Aufstieg zur wirtschaftlichen Weltmacht hat sich in den 2020er Jahren massiv verlangsamt. Insbesondere die globale Innovationskultur, die sich zunehmend auf der Grundlage liberaler Werte herausbildete, war nicht mehr mit dem autoritären Paradigma vereinbar. Wie andere totalitäre Staaten bemühte sich China, sich wirtschaftlich zu öffnen, blieb aber liberalen Gesellschaften unterlegen. Chinas asiatische Nachbarn profitieren von dieser Entwicklung und im globalen Süden entstehen neue wirtschaftliche Hotspots, von denen sich viele an westlichen Entwicklungsmustern orientieren.

Die dynamische Weltwirtschaft ist durch ein Freihandelssystem und die Fortführung des bestehenden, von den USA dominierten Weltfinanzsystems gekennzeichnet. Die technologische Entwicklung folgt globalen Standards, die von wenigen digitalen Supermächten - vor allem den Tech-Giganten der USA - geprägt sind. Traditionellen Strukturen folgend, handeln Unternehmen weiterhin nach kurzfristigen Gewinnzielen, während ethisches Verhalten nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das gilt auch für die Agrar- und Lebensmittelindustrie, die zwar hochgradig kosteneffizient ist, aber negative Folgen für die Umwelt in Kauf nimmt.

Den Demokratien des Nordens ist es mit der Umstrukturierung ihrer Industriegesellschaften gelungen, eine breite Teilhabe der Bevölkerung an der wirtschaftlichen Entwicklung zu organisieren, während die Konsummuster weitgehend unverändert bleiben.

Auch beim Thema Klimawandel gibt es eine globale Kluft. Die hoch entwickelten Staaten des Nordens verspüren wenig Handlungsdruck und konzentrieren sich auf die Abmilderung der Folgen, während viele Entwicklungsländer unter schwerwiegenderen Folgen bis hin zur Zerstörung öffentlicher und wirtschaftlicher Strukturen leiden. Insofern steht die weitgehend friedliche globale Entwicklung auf tönernen Füßen, und Migration ist weltweit ein zentrales Thema.

 

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